Mobbing

letzte Änderungen: 26.01.2014
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  1. to be filled at the end

Mobbing also
andauerndes Hänseln, Traktieren, Ausgrenzen, subtiles Quälen, u.ä.
all das ist nicht zu unterschätzen, denn es VERLETZT !

Es verletzt den Menschen, der in die Enge getrieben, alleingelassen ist.
Auf Dauer verletzt es zutiefst und zerstört das Seelenheil ... des jungen Menschen, womöglich eines unserer Kinder.

Es geht nicht um den einmaligen Angriff, die gelegentliche Konfrontation unter Gleichaltrigen – dies können Konflikte sein, an denen wir reifen können, doch nur solange diese nicht zum Dauerzustand werden, sei es, weil von außen der Konflikt unaufhörlich geschürt wird oder weil ich den Konflikt nicht alleine meistern kann, er somit als riesiger Berg vor mir steht, den ich nicht alleine erklimmen und überwinden kann.

Es geht um unsere Kinder, die in ihren jungen Jahren ihre Persönlichkeiten entwickeln wollen, um so perfider, wenn so ein junger Mensch Opfer solch einer andauernden Ausgrenzung wird und dabei alleingelassen ist.

Denke ich an die Schule, geht es aber auch um unsere Lehrer, die auch schnell ins Abseits gedrängt werden können.

Auf den ersten Blick vielleicht am ehesten die jungen Lehrer, die mit einem unverbrauchten Engagement besonders den Wunsch hegen, den Schülerinnen und Schülern etwas beizubringen – teils vermutlich begründet aus der eigenen erlebten Schulzeit, die sie als eine positive Zeit erfahren haben.

Wenn ich als junger Lehrer noch im Umgang mit den rebellischen Schülern unerfahren bin, kann ich rasch zum Spielball der "Klassenmeute" werden. Ich versuche allein mit der Situation, der Ausgrenzung fertig zu werden, vielleicht gerade weil ich ein angehender Lehrer bin, der bloß keine Schwäche im Lehrerkollegium zeigen will.
Die älteren Lehrer stoßen aus anderen Gründen an die Grenzen, allein schon weil die Kräfte langsam schwinden, bei dem einen mehr oder weniger!

Es geht um die Gesundheit der gesamten Schulfamilie,
die wir wahren und schützen wollen!

Link zum Film: Lets Fight it Together

"Let's Fight It Together" ist ein preisgekrönter Film, der von Childnet für das Ministerium für Kinder, Schulen und Familien in Großbritannien produziert wurde. Er soll helfen, Jugendliche für die Kränkungen und den Schaden zu sensibilisieren, die durch Cyber-Mobbing veursacht werden können. Sie können sich den Film hier online mit deutschen Untertiteln ansehen.


Mobbing Erkennen und Handeln

Am 19.11.2013 hat unser Sozialpädagoge Herr Kreiss einen sehr interessanten Vortrag mit dem Titel "Mobbing - Erkennen und Handeln" gehalten. Zwei wichtige Aspekte seien an dieser Stelle festgehalten, auf die auf dieser Seite weiter eingegangen wird (s.u.):

  1. Das Mobbingsystem
  2. Das No Blame Verfahren

Am Ende des Vortrags gab es noch ein Handzettel "Hinweise für die Eltern" zum Mitnehmen, den wir dankenswerterweise auf unser Homepage veröffentlichen dürfen. Diese Hinweise sind im Wesentlichen eine Zusammenfassung des Vortrags.


Das Mobbingsystem

Wenn man die Struktur genauer untersucht ("Participant Role Approach" entwickelt von Samivalli et al. 1996 [4]), stellt man fest, daß sich das Mobbingsystem aus 7 Rollen zusammensetzt (s. Abbildung rechts). Zum einen gibt es natürlich den Betroffenen und den (Haupt-)akteur. Jedoch sollte man sich der anderen Beteiligten ebenfalls bewusst sein, um das System effektiv aufbrechen zu können:

  • Erdulder und Verteidiger
    Diese Gruppen stehen auf der Seite des Betroffenen. Die Verteidiger nehmen dabei eine durchaus mutige Position ein, in dem sie aktiv gegen den Akteur auftreten. Die Erdulder beobachten das Leid, sehen sich aber nicht in der Lage dem Betroffenen helfend beiseite zu stehen, sie geraten damit in eine ähnlich belastende Situation wie der Betroffene!
  • Assistenten und Verstärker Die Assistenten greifen aktiv in den Angriff gegen den Betroffenen ein, direkt verletzen - sei es auf physischer oder psychischer Ebene.
    Wohingegen der Verstärker "nur" indirekt in das Geschehen eingreift, etwa in dem er durch Bemerkungen oder Lachen aspornt.
    Genau diese beiden zusätzlichen Rollen sind ein Kennzeichen für Mobbing im Gegensatz zur individuellen Aggression. Das Opfer ist einem System ausgeliefert, aus dem es schwer entkommen kann.

Das Mobbingsystem (aus dem Vortrag von H. Kreiss am 19.11.2013 am FLG)
  • Die Zuschauer sind die bei weitem größte Gruppe im Mobbingsystem. Sie sind (zwar) passiv, nehmen aber allein durch ihre Anwesenheit als Beobachter an dem Geschehen teil.
  • Auf der Seite des Opfers zeigen sich 2 andere Rollen: der Verteidiger und der Erdulder. Der Verteidiger nimmt eine mutige Rolle ein und setzt sich für das Opfer ein, ergreift das Wort, handelt gegen die Akteure.
    Der Erdulder leidet häufig mit dem Opfer und an der fehlenden Fähigkeit, der eigenen Hilflosigkeit dem Opfer zur Seite zu stehen, es zu verteidigen. Diese Rolle ist nicht zu unterschätzen. Sie sind häufig auch Verletzte und dies im Stillen.

Mobbing ist ein Gruppenphänomen, dem schwer zu entkommen ist und das nicht nur für das Opfer!
Mobbing trifft letztlich mehr oder weniger offensichtlich jeden in der Gruppe.
Ziel ist es, um dem Mobbing ein Ende zu bereiten, die Bühne den Akteuren zu entziehen.

No Blame Approach

Der "No Blame Approach" wurde von Barbara Maines und George Robinson in England entwickelt.
Er zielt darauf ab, nicht nach den Schuldigen zu suchen sonder gemeinsam mit allen Beteiligten nach einer Lösung zu suchen. So geht es nicht vordergründig nach Ursachenforschung sondern die Schüler zu Wort kommen zu lassen, um gemeinsam einen Weg zu finden, den Betroffenen zu helfen.
Oft haben die Schüler ein sehr viel besseren Einblick in die Strukturen innerhalb der Klasse und können dieses Wissen gewinnbringend in den Entwicklungsprozeß einbringen.

Wird ein Mobbingfall bekannt, wird zunächst das Gespräch mit dem Betroffenen gesucht, z.B. durch den Sozialpädagogen. In diesem Gespräch wird versucht, sich ein gemeinsames Bild über die diversen Personen und deren Rollen zu verschaffen um schließlich das weitere Vorgehen des "No Blame Approch" vorzuschlagen.
Danach wird eine Gruppe mit Vertretern der verschiedenen Rollen zusammengestellt, die helfen eine Lösung zu erarbeiten (Unterstützergruppe). Es wird ein Plan entwickelt, wie die Schüler dem gemobbten Schüler helfen können. Es wird gleich ein Termin vereinbart, an dem die Mobbingsituation erneut betrachtet wird.
Nach etwa 2-3 Wochen werden Einzelgespräche mit den Teilnehmern der Unterstützergruppe sowie dem gemobbten Schüler geführt. Die "Einzelgespräche sorgen für Verbindlichkeit, nehmen den Schüler direkt in die Verantwortung und stärken die Nachhaltigkeit" [5].

No blame approach (aus dem Vortrag von H. Kreiss am 19.11.2013 am FLG)

Hinweise für Eltern und Kontakt zu unserem Sozialpädagogen

Am 19.11.2013 hat unser Sozialpädagoge Herr Kreiss einen Vortrag mit dem Titel: "Mobbing - erkennen und handeln" gehalten. Abschließend hat er den Zuhörern "Hinweise für die Eltern zum Thema Mobbing" mitgegeben, die wir dankenswerterweise auch auf unserer Homepage veröffentlichen dürfen.

Die Homepage des Feodor-Lynen-Gymnasiums stellt die Aufgaben der Jugendsozialarbeit auf einer eigenen Seite Sozialarbeit dar.
Dort finden Sie auch die weiteren Kontaktdaten, sowie seine aktuellen Sprechstunden.


Studie

Studien (Lit.: [1], [2]) haben gezeigt, daß Mobbing am häufigsten in der Grundschule auftritt. Mit zunehmenden Schüleralter lässt das Mobbing nach - klingt einerseits beruhigend, alllerdings jede drangsalierte Person zählt und ist eine zu viel!

Literatur

  1. Landscheidt, Dr. Karl, Gewalt und aggressives Verhalten bei Kindern und Jugendlichen, 1997 veröffentlicht als Heft 43 der Informationen für Schulpsychologinnen und Schulpsychologen Landesinstitut für Schule und Weiterbildung, Soest, Download unter: www.schulpsychologie.de
  2. Klett, Kristian, Gewalt an Schulen – eine deutschlandweite Online-Schülerbefragung, zur Gewaltsituation an Schulen, Inaugural-Dissertation, Universität zu Köln, September 2005
  3. Habermeier, Verena, "Mobbing als Gruppenphänomen: Zum Zusammenhang zwischen Mitschülern und Freundschaften bzw. sozialem Status" Magisterarbeit an der Ludwig-Maximilians-Universität München 2006
  4. Salmivalli, C., Lagerspetz, K.M.J., Björkqvist, K., Östermann, K. & Kaukiainen, A. (1996). "Bullying as a Group Process: Participant Roles and Their Relations to Social Status Within The Group." Aggressive Behavior 22, 1-15
  5. Heike Blum, Detlef Beck, "Von Tätern zu Helfern" (2008)

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Last modified: Fri Jan 31 18:55:05 CET 2014

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